Wolfsfähe im Müritz-Nationalpark nachgewiesen

Aktuelle genetische Untersuchungen weisen einen weiblichen Wolf im Müritz-Nationalpark nach.

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Symbolbild: Wolf in Gefangenschaft (Foto: B. Jechow / pixelio.de)
Symbolbild: Wolf in Gefangenschaft (Foto: B. Jechow  / pixelio.de)
Symbolbild: Wolf in Gefangenschaft (Foto: B. Jechow / pixelio.de)
Nr.20/17  | 02.05.2017  | MNP  | Müritz Nationalpark

Aktuelle genetische Untersuchungen weisen einen weiblichen Wolf im Müritz-Nationalpark nach. Wie Norman Stier, Koordinator des Wolfsmonitorings in Mecklenburg-Vorpommern, mitteilte, handelt es sich um eine Fähe aus dem Nieskyer Rudel bei Görlitz in Sachsen.

„Seit 2012 gibt es immer wieder eindeutige Nachweise von einzelnen Wölfen im Müritz-Nationalpark. Bisher wurde keines der Tiere im 32.200 Hektar großen Schutzgebiet sesshaft. Die Tiere, zumeist junge Rüden, waren nur auf der Durchreise. Es ist aber davon auszugehen, dass sich auf kurz oder lang Wölfe auch dort ansiedeln. Der Müritz-Nationalpark bietet mit seinen großen zusammenhängenden Lebensräumen östlich der Müritz gute Voraussetzungen für Wölfe. Bislang gibt es aber keine Anhaltspunkte dafür, dass das Weibchen aus Sachsen hier geblieben ist“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus.

Bereits Anfang des Jahres hatten Mitarbeiter des Nationalparkamts Müritz und Besucher des Nationalparks Fährten, Kot und Urinproben gefunden, die auf einen Wolf hindeuteten. „Eine genetische Analyse bringt absolute Sicherheit, ob die Spuren tatsächlich einem Wolf zuzuordnen sind. Außerdem ist mit der Methode ein Herkunftsnachweis möglich“, erläutert Volker Spicher vom Nationalparkamt Müritz. Das junge Weibchen habe auf seinem Weg von Sachsen an die Müritz mindestens 300 Kilometer zurück gelegt und mehrere Autobahnen überquert. Die Ranger suchten intensiv weiter nach Spuren.

Auch ruft der Minister die Bevölkerung erneut dazu auf, Wolfssichtungen oder Hinweise auf Wölfe zu melden. Adressaten sind unter anderen das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG), der Fachbereich Forstzoologie der TU Dresden oder das Nationalparkamt. Die genauen Kontaktdaten können auf der Internetseite www.wolf-mv.de unter dem Stichwort „Monitoring“ abgerufen werden. Dort besteht auch die Möglichkeit, Wolfsbeobachtungen, Spuren, Losungen oder Risse online mitzuteilen. Kontaktformular unter: http://wolf-mv.de/pages/eingabe.html

Nutztierhalter in der Region sollten die Meldung zum Anlass nehmen, ihre Vorkehrungen zum Herdenschutz zu überprüfen. Notwendige Maßnahmen sind auch über die Förderrichtlinie Wolf finanzierbar, die seit 3. April 2013 in Kraft ist. Die Mitarbeiter des Nationalparkamts stehen gerne beratend zur Seite. Auch die Initiative WikiWolves, die geschulte ehrenamtliche Helfer an Nutztierhalter vermittelt, hilft weiter.

Informationen zum Wolf in Mecklenburg-Vorpommern und zur Förderrichtlinie Wolf finden sich unter http://www.wolf-mv.de/