Projekte

Wildtier-Monitoring

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Auftaktworkshop des Forschungsprojekt im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald (Foto: Gregor Wolf)

Auftaktworkshop des Forschungsprojekt im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald (Foto: Gregor Wolf)

Fotofallen für Hirsch, Reh und Wildschwein

Deutsche Nationalparks arbeiten beim Wildtiermonitoring zusammen.

Wie viele Rothirsche streifen im Wald umher? Wie sieht’s bei den anderen wilden Paarhufern (Damhirsch, Mufflon, Reh und Wildschwein) aus? Und welchen Einfluss haben die Tiere auf die Waldentwicklung? Diese Fragen wollen die deutschen Großschutzgebiete jetzt gemeinsam beantworten – im Rahmen eines vom Bundesamt für Naturschutz finanzierten Forschungs- und Entwicklungsvorhabens.

In diesem Projekt diskutieren Wildbiologen aus neun deutschen Nationalparks sowie knapp 20 Forscher aus Österreich, Schweiz, Polen und Deutschland über ein standardisiertes Monitoring der Huftiere. So soll es in Zukunft möglich sein, nationalparkübergreifend Zusammenhänge zwischen den Populationsgrößen und der Wirkung der verschiedenen Tierarten auf ihr Ökosystem erkennen zu können. Dadurch kann ein sinnvolles Management der Bestände erfolgen. 

Konkret wurde bereits ein Testlauf mit Fotofallen – also automatische Wildtierkameras – beschlossen. Am Probebetrieb nehmen neben dem Müritz-Nationalpark die Nationalparks Bayerischer Wald, Berchtesgaden, Schwarzwald, Hainich, Kellerwald-Edersee, Hunsrück-Hochwald sowie das Naturschutzgebiet Königsbrücker Heide teil.

„Alle Nationalparks mit Schalenwild (Paarhufer) stehen vor den gleichen Herausforderungen und müssen ähnliche Aufgaben erfüllen“, erklärt Projektleiterin Professorin Ilse Storch von der Universität Freiburg. „Die Chancen dafür optimierte Methoden zu finden, sind gemeinsam größer. Und dann muss auch nicht jeder das Rad neu erfinden.“

Wichtige Informationen!

Weitere Informationen zum Schalenwild-Monitoring in deutschen Nationalparken finden Sie hier.

Bitte beachten Sie die Hinweise zum Datenschutz während des Projektes.

TERENO

Referenzgebiet für die Klimaforschung

Der Müritz-Nationalpark besitzt mit seinen naturnahen Wäldern, Seen und Mooren und nahezu ohne land- oder forstwirtschaftliche Nutzung ideale Eigenschaften als Referenzgebiet für die Klimaforschung. Die hier weitgehend ungestörten Naturprozesse erlauben eine Trennung natürlicher Schwankungen von klimarelevanten Effekten einer seit langem intensiv vom Menschen geprägten und genutzten Landschaft. Erkenntnisse aus der Erforschung von naturnahen Ökosystemen lassen sich im Nationalpark sehr gut mit der Untersuchung historischer Landschaftsveränderungen verbinden, die in Böden, Seen und den Jahrringen alter Bäume des Nationalparks „archiviert“ sind.

Im Rahmen des Forschungsverbundes TERENO (engl. TERrestrial ENvironmental Observatories) werden die Auswirkungen des Globalen Wandels auf regionaler Ebene erforscht. Der Müritz-Nationalpark ist Teil des TERENO Observatoriums Nordostdeutsches Tiefland (TERENO Nord-Ost). Hier werden schwerpunktmäßig die Einflüsse des Klima- und Landnutzungswandels auf terrestrische Ökosysteme untersucht. 

Das Observatorium TERENO Nord-Ost umfasst derzeit sechs Hauptstandorte von der Uckermark bis zur Ostseeküste und wird am GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam koordiniert.

Das Projekt ist als langfristiges Monitoring angelegt und soll mindestens bis zum Jahr 2025 laufen.

Weitere Informationen und eine Übersicht zu den bisherigen Ergebnissen findet sich auf den Seiten des GfZ.

Waschbärprojekt

Säugetierkundliche Freilandforschung zur Populationsbiologie des Waschbären in einem naturnahen Tieflandbuchenwald im Müritz-Nationalpark (Mecklenburg-Vorpommern)

Der Waschbär (Procyon lotor L.) ist etwa seit Mitte der 1970er Jahre in unserer Region zu Hause. Seit den Jahren um die politische Wende existiert im Gebiet des Müritz-Nationalparks eine stabile Population. Damit tauchte die Frage auf, ob Waschbären zur heimischen Fauna zu rechnen sind und ob sie Einfluss auf andere Mitglieder der hiesigen Lebensgemeinschaften ausüben.

Dazu wurde die Zusammensetzung des tatsächlichen Nahrungsspektrums und damit sein möglicher Einfluss auf andere Tierarten, insbesondere auf die heimischen Vogelarten, untersucht. Zusätzlich wurden veterinärmedizinische Fragen zur Übertragung bedeutsamer Krankheiten betrachtet. Insgesamt sind im Rahmen des seit 2006 laufenden Forschungsprojekts mit zahlreichen Abschlussarbeiten und mehreren Dissertationen erstmals umfangreiche Erkenntnisse über die Art Waschbär im ostdeutschen Verbreitungsgebiet zusammengetragen worden. Detaillierte Informationen sind hier verfügbar.