Pflanzen

Pflanzen bedecken fast jeden Untergrund. Wir sprechen dann von einer Pflanzendecke oder von Vegetation. Pflanzen bereiten uns nicht nur mit Blüten, als Schatten oder bequemer Untergrund Freude. Sie sind in Wirklichkeit unsere Lebensgrundlage als die Organismen, die mittels der Photosynthese aus Wasser, Kohlendioxid und Sonnenlicht energiereiche Nahrung für alles folgende Leben bereiten. Ohne sie wäre unser Planet eine Wüste.

Für jeden Standort gibt es Spezialisten: Auf der Oberfläche von Steinen haften Moose, im Wasser schweben mikroskopisch kleine Algen, Wasserpflanzen wurzeln am Grund und blühen über dem Wasserspiegel, manche stehen im Wasser und bilden Röhrichte unserer Seen, andere vertragen extreme Trockenheit. Das Bild bestimmen die Bäume, die mit dem genialen Stützgerüst Holz sehr hoch und alt werden. Dem Erfindungsreichtum der Natur scheinen gerade bei Pflanzen keine Grenzen gesetzt zu sein.

Die Artenliste der im Müritz-Nationalpark bisher dokumentierten Gefäßpflanzen, Moose, Algen/Armleuchteralgen.

(Fotos, v. l. n. r.: B. Lüthi Herrmann, B. Kollhoff, N. Künkler, U. Meßner)

 

Einige Arten im Portait:

Pflanzen der Wälder

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Gemeine Kiefer (Foto: U. Meßner)

Gemeine Kiefer (Foto: U. Meßner)

Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris)

Die Kiefer ist die häufigste Baumart in Müritz-Nationalpark. Sie kann sich mit ihren geflügelten Samen rasend schnell verbreiten. Die Kiefernsämlinge ertragen auf reinem Sand extreme Temperaturen, lange Trockenheit und kommen mit sehr wenigen Nährstoffen aus. Sie ist also der Pionierbaum, der aus einer Sandwüste Wald machen kann. Das war nach der Eiszeit so und auch nach den Waldvernichtungen durch den Menschen (Heidewirtschaft, Waldbrand, Truppenübungsplatz). Als Forstbaum ist sie ebenfalls nützlich als anspruchsloser Baum, der sehr gutes Holz liefert. Kiefer wurde im Müritz-Nationalpark einst als Wirtschaftsbaum gepflanzt. Auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen oder an trockengefallenen Seeufern hat sie sich natürlich angesamt.

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Rot-Buche (Foto: U. Meßner)

Rot-Buche (Foto: U. Meßner)

Rot-Buche (Fagus sylvatica)

Die Buche ist erst vor ca. 7.000 Jahren zu uns gekommen und hat von da an das Bild der Wälder bestimmt. Sie braucht einen reifen Waldboden zum Keimen und wächst im Schatten anderer Bäume auf. Wenn sie aber da ist, übernimmt sie die Herrschaft im Wald und lässt in ihrem sehr dichten Schatten kaum andere Baumarten zu. Ohne die lange Nutzungsgeschichte unserer Landschaft, würden hier Buchenwälder wachsen. Bei genauem Hinschauen sind aber die Buchen in den Nationalparkwäldern wieder auf dem Vormarsch. Alte und naturbelassene Buchenwälder sind extrem selten geworden. Die wenigen und wertvollsten wurden deshalb 2011 zum UNESCO-Welterbe ernannt, u. a. auch die im Serrahner Teil des Nationalparks.

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Schwarz-Erle (Foto: U. Meßner)

Schwarz-Erle (Foto: U. Meßner)

Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)

Die Schwarz-Erle bildet die Sumpfwälder an den zeitweilig überfluteten Rändern der Seen. Sie lebt dabei in Symbiose mit Bakterien, die in der Lage sind, den Stickstoff aus der Luft zu binden. Kleine Knöllchen an den Wurzeln der Erlen sind der Wohnort dieser Bakterien. Die Fruchtstände sehen aus wie kleine schwarze Zapfen, aus denen früher Tinte hergestellt wurde. Auch Leder wurde mit dem Saft der Rinde schwarz gefärbt. Die Früchte sind klein und leicht und werden vor allem auf dem Wasser schwimmend verbreitet. Aber auch ein Windstoß kann sie relativ weit fliegen lassen. Das Holz der Schwarz-Erle färbt sich an der Luft orange-rot und ist im Möbelbau als besonderer Dekor sehr gefragt.

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Spätblühende Traubenkirsche (Foto: U. Meßner)

Spätblühende Traubenkirsche (Foto: U. Meßner)

Spätblühende Traubenkirsche (Padus serotina)

Dieser Baum wurde schon 1623 aus Nordamerika nach Europa eingeführt. Zunächst nur in Botanischen Gärten gehalten, wurde die Spätblühende Traubenkirsche im 19. Jahrhundert mehr und mehr in unseren Wäldern angebaut. Man versprach sich gutes Holz und eine Verbesserung der Wildäsung besonders in den Kiefernforsten. Seit dem ist sie in stetiger Ausbreitung begriffen, wächst aber meist als Strauch und bildet so eine erste Gehölzschicht vorrangig in aufgelichteten Kiefernwäldern.

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Breitblättriger Sitter (Foto: U. Meßner)

Breitblättriger Sitter (Foto: U. Meßner)

Breitblättriger Sitter (Epipactis helleborine)

Diese Orchidee bleibt oft unentdeckt im Schatten unserer Wälder, gern am Wegesrand. Nektar suchenden Insekten werden beim Blütenbesuch 2 Pollenpakete angeklebt, die sie dann zur nächsten Blüte zur Befruchtung tragen. Wie viele andere Orchideenarten auch, lebt der Breitblättrige Sitter in Partnerschaft mit einem Pilz (sog. Mykorrhiza), der wiederum gleichzeitig mit Bäumen eine Lebensgemeinschaft hat. Welche Stoffaustausche hier im Waldboden stattfinden (oder auch gleichsam Informationen) ist noch weitestgehend unerforscht.

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Wald-Sauerklee (Foto: U. Meßner)

Wald-Sauerklee (Foto: U. Meßner)

Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)

Wenn im Frühjahr noch Licht auf den Waldboden fällt, blüht auch der Wald-Sauerklee. Seinen Namen hat er zunächst von den Klee-förmigen Blättern, obwohl er sonst mit den Kleearten nichts zu tun hat. Und seine Blätter schmecken sauer aufgrund des hohen Gehaltes an Oxalsäure und Vitamin C. Der Sauerklee wächst gerne auf totem Holz, vermodernden Stämmen oder Baumstümpfen. Er verträgt sehr viel Schatten. Wenn es ihm zu hell und trocken wird, faltet er seine Blätter wie ein Regenschirm ein, um die Verdunstungsfläche zu verkleinern.

Pflanzen der Seen

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Schilf (Foto: U. Meßner)

Schilf (Foto: U. Meßner)

Schilf (Phragmites australis)

Dieses hohe und kräftige Gras umsäumt fast alle unsere Seen und bildet einen sehr einzigartigen Lebensraum für viele darauf spezialisierte Tierarten über und unter Wasser. Die Schilfhalme können je nach Nährstoffversorgung bis zu 4 m hoch werden. Im Winter ziehen die Pflanzen alle Nährstoffe in die dicken Wurzeln (Rhizome) zurück, um im kommenden Frühjahr daraus neu auszutreiben. Die trockenen Überstände wurden früher für Dacheindeckungen (Reetdächer) geerntet. Wenn Schilf unter Wasser unvollständig zersetzt wird, können sich über Jahrhunderte Torflager bilden und Seen langsam verlanden.

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Weiße Seerose (Foto: B. Lüthi Herrmann)

Weiße Seerose (Foto: B. Lüthi Herrmann)

Weiße Seerose (Nymphaea alba)

Seerosen wachsen nur in bestimmten Wassertiefen (1-2 m), da sie mit Blatt und Blüte die Wasseroberfläche erreichen müssen. Die dicken Wurzelstöcke sind im Schlamm ruhiger Buchten verwurzelt. Im Winter treiben die Blätter oft schon aus und bleiben lange Zeit in Wartestellung unter Wasser. Bei klarem Eis ist das gut zu sehen. Auch die Schwimmblattzone der Seen ist ein Lebensraum für spezialisierte Tierarten. So fressen Seerosenzünsler (Schmetterling) an den Blättern und verpuppen sich mit Blattteilen, weiden Schnecken an den Blattunterseiten Algen und Pilze, nutzen Fische den Schirm der Schwimmblätter als Versteck oder sonnen sich Frösche auf deren Oberseite. Die weißen Blüten haben übrigens nur tagsüber Öffnungszeit.

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Krebsschere (Foto: B. Dittrich)

Krebsschere (Foto: B. Dittrich)

Krebsschere (Stratiotes aloides)

In ruhigen Seebuchten, sehr flachen Seen und Gräben kommt die in anderen Teilen Deutschlands seltene Krebsschere vor. An ihr Vorkommen ist die ebenfalls seltene Grüne Mosaikjunfer (Libelle) gebunden. Die Krebsschere lebt im Sommer halb untergetaucht, so dass nur ein Teil ihrer Blätter und die weißen Blüten aus dem Wasser ragen. Die Wurzeln reichen bis zum Grund und ziehen die Pflanze im Winter an den Boden. Das schützt sie vor dem Einfrieren in die Eisdecke. Krebsscheren können große zusammenhängende Schwimmteppiche bilden. Die Blätter sind sehr scharf gesägt – Vorsicht Verletzungsgefahr!

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Kamm-Laichkraut (Foto: Chr. Fischer, Wikimedia, Lizenz, unverändert)

Kamm-Laichkraut (Foto: Chr. Fischer, Wikimedia, Lizenz, unverändert)

Kamm-Laichkraut (Potamogeton pectinatus)

Die Laichkräuter sind mit mehreren Arten die typischen Unterwasserpflanzen unserer Seen. Das Kamm-Laichkraut mit seinen sehr schmalen, grasartigen Blättern ist die häufigste Art, die in Tiefen bis zu 3 m oft dichte Unterwasserwälder bilden kann. Sie blühen unter Wasser und erreichen selten die Wasseroberfläche. Die Früchte schwimmen und werden so durch Wasserbewegung und auch Vögel verbreitet.

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Ästiger Igelkolben (Foto: U. Meßner)

Ästiger Igelkolben (Foto: U. Meßner)

Ästiger Igelkolben (Sparganium erectum)

Die stachligen Fruchtstände gaben dem Igelkolben seinen Namen. Werden die Früchte reif, zerfallen die Fruchtstände in die einzelnen Samen, die sich schwimmend weiterverbreiten. Die männlichen Blüten stehen getrennt von den weiblichen an den Enden der Blütenäste. Der Ästige Igelkolben steht oft am Rand von Röhrichten und wurzelt im schlammigen Grund von Flachwasser. Oft ist er beliebte Sitzwarte für verschiedene Libellen.

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Zwei Kieselalgen-Arten in einer Planktonprobe: Das Schwebesternchen Asterionella formosa und die Kammkieselalge Fragilaria crotonensis (Foto: J. Rahn)

Zwei Kieselalgen-Arten in einer Planktonprobe: Das Schwebesternchen Asterionella formosa und die Kammkieselalge Fragilaria crotonensis (Foto: J. Rahn)

Kieselalgen (Diatomeen)

Nur unter dem Mikroskop erschließt sich die Formenvielfalt der Algen. Kieselalgen fallen durch geometrisch regelmäßige und oft bizarre Kolonien auf. Ihre Gehäuse aus Siliciumdioxid sind zweigeteilt und passen wie zwei Dosenhälften zueinander. Im zeitigen Frühjahr können schwebende Kieselalgen das Wasser erheblich trüben. Andere Formen wachsen angeheftet auf dem Gewässergrund, auf Steinen und Pflanzen.

Pflanzen der Moore

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Torfmoose können sehr farbig sein, die Unterscheidung der Arten ist jedoch wenigen Spezialisten vorbehalten (Foto: U. Meßner)

Torfmoose können sehr farbig sein, die Unterscheidung der Arten ist jedoch wenigen Spezialisten vorbehalten (Foto: U. Meßner)

Torfmoos (Sphagnum spec.)

Torfmoose sind in besonderer Weise an das saure Milieu regenwasserversorgter Moore angepasst. Sie können in speziellen Speicherzellen erhebliche Mengen Wasser speichern und kommen mit geringsten Nährstoffmengen aus, die sie ständig recyceln. Es sind Pflanzen, die praktisch unendlich in die Höhe wachsen können, während sie nach unten absterbend den Torf eines Moores bilden. Durch die systematische Entwässerung der Moore sind Torfmoose sehr selten geworden.

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Rundblättriger Sonnentau (Foto: G. Meßner)

Rundblättriger Sonnentau (Foto: G. Meßner)

Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)

Auf sehr nährstoffarmen Torfmoosdecken nasser Moore wächst bisweilen diese fleischfressende Pflanze. Weil der Untergrund keine Nährstoffe hergibt, lebt der Sonnentau von Insekten, die er durch seine Klebedrüsen fängt und verdaut. Im Sommer schiebt er einen langen Blütenstengel mit zierlichen weißen Blüten. Der Sonnentau überwintert als Überwinterungsknospe, aus der im Frühjahr wieder die Blattrosette austreibt.

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Sumpfcalla (Foto: Roman-Vitt-Naturfotografie.de)

Sumpfcalla (Foto: Roman-Vitt-Naturfotografie.de)

Sumpfcalla (Calla palustris)

Diese eigenartige Pflanze hat viele abenteuerliche Namen: u.a. Schlangenwurz, Schweinsohr, Drachenwurz, Papierblume, Stinkwurz oder eben Sumpfcalla. Sie wächst kriechend in sehr schlammigen Bereichen von Mooren, vorzugsweise an Rändern von Hochmooren. An den Blütenständen sind oft Käfer und Fliegen unterwegs, die zur Bestäubung beitragen. Der leicht unangenehme Geruch der Blüte lockt die Insekten an. Es wird auch davon ausgegangen, dass Schnecken die Blüten der Sumpfcalla bestäuben. Die reifen Fruchtstände sind leuchtend rot. Die Samen und Samenkapseln können durch ein Luftgewebe schwimmen.

Utricularia_vulgaris_002_Wasserschlauch_H.-Zell_wikimedia_web.jpgDetails anzeigen
Utricularia_vulgaris_002_Wasserschlauch_H.-Zell_wikimedia_web.jpg

Gewöhnlicher Wasserschlauch (Foto: H. Zell, Wikimedia, Lizenz, nicht verändert)

Gewöhnlicher Wasserschlauch (Foto: H. Zell, Wikimedia, Lizenz, nicht verändert)

Gewöhnlicher Wasserschlauch (Utricularia vulgaris)

Eigentlich untergetaucht lebend steigt diese Wasserpflanze zur Blütezeit an die Oberfläche. Die goldgelben Blüten ragen im Sommer über die Wasseroberfläche. Sie werden von Schwebfliegen besucht und bestäubt. Der Wasserschlauch fängt mit hoch spezialisierten Fangblasen Kleintiere, um damit seinen Nährstoffbedarf zu decken. Berührt z.B. ein Wasserfloh oder eine Mückenlarve einen der Auslöser der Fangblase, öffnet sich diese blitzartig und saugt durch den entstehenden Unterdruck das Tier in die Kapsel, wo es verdaut wird.

Erioph-ang-25.5.1993.jpgDetails anzeigen
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Schmalblättriges Wollgras (Foto: U. Meßner)

Schmalblättriges Wollgras (Foto: U. Meßner)

Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium)

Wenn Moore wie ein weißes Blütenmeer anmuten, ist dies meist fruchtendes Wollgras. Während die Blüten wie bei allen Gräsern eher unscheinbar sind, sind es hier die Fruchtstände, die auffällig sind. Die weißen Wollschöpfe dienen der Samenverbreitung durch Wind. Das schmalblättrige Wollgras wächst mit Ausläufern und hat überhängende Fruchtstände. Das Scheidige Wollgras (Eriophorum vaginatum) hat aufrechte Früchte und wächst in Horsten auf sauren, sehr nährstoffarmen Mooren.

Pflanzen der Wiesen und Weiden

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Kleiner Sauerampfer (Foto: U. Meßner)

Kleiner Sauerampfer (Foto: U. Meßner)

Kleiner Sauerampfer (Rumex acetosella)

Der Kleine Sauerampfer schmeckt zwar ähnlich sauer (Oxalsäure) wie der bekanntere Wiesen-Sauerampfer, ist aber aufgrund seines Zwergenwuchses nicht für den Verzehr interessant. Er wächst auf besonders sandigen und nährstoffarmen Böden. Bei massenhaftem Auftreten erscheinen ganze Flächen blutrot überlaufen. Die Blüten sind getrennt geschlechtlich, meist treten rein männliche sowie rein weibliche Pflanzen auf.

Echium-vul-20.6.2017-3.jpgDetails anzeigen
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Natternkopf (Foto: U. Meßner)

Natternkopf (Foto: U. Meßner)

Natternkopf (Echium vulgare)

Im Frühsommer ist der Natternkopf auf den sandigen Böschungen, Wegrändern und Brachen sehr auffällig und geradezu eine Charakterpflanze der Müritzregion. Seine Blütenpracht ist für eine Vielzahl von Insekten, wie Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge besonders anziehend. Für empfindliche Hände wirkt die dichte Behaarung der Pflanze stachelig.

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Mehlige Königskerze (Foto: U. Meßner)

Mehlige Königskerze (Foto: U. Meßner)

Mehlige Königskerze (Verbascum lychnitis)

Den Hochsommer krönt auf sandigen Brachflächen die prächtige, bis 1,5 m hohe Mehlige Königskerze. Im ersten Jahr ihres Lebens erzeugt sie eine Blattrosette und eine sehr tiefe Pfahlwurzel. Im darauffolgenden Jahr steckt sie alle Kraft in einen prächtigen Blütenstand. Eine Pflanze trägt hunderte Einzelblüten, die von einer großen Zahl Insekten besucht werden. Entsprechend hoch ist die Samenzahl, die wiederum von Vögeln geschätzt wird.

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Sumpf-Sitter (Foto: U. Meßner)

Sumpf-Sitter (Foto: U. Meßner)

Sumpf-Sitter (Epipactis palustris)

Diese Orchidee liebt feuchte Wiesen, die durch kalkhaltiges Grundwasser versorgt werden. Sie ist auf eine extensive Mahd oder Beweidung angewiesen. Durch intensive Landwirtschaft sowie Entwässerung von Feuchtwiesen sind viele Wiesenorchideen außerordentlich selten geworden.

Wacholderheide-20.5.2014-7.jpgDetails anzeigen
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Gemeiner Wacholder (Foto: U. Meßner)

Gemeiner Wacholder (Foto: U. Meßner)

Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)

Berühmt als Küchengewürz, Gin-Aroma und Zugabe beim Räuchern ist der Wacholder eigentlich ein „Weideunkraut“. Der scharfstachelige Nadelbaum kann sich gegen die Mäuler der Weidetiere erwehren und setzt sich besonders in Heiden durch. Die Bauern mussten ihn deshalb regelmäßig wieder beseitigen, damit das Weideland nicht zuwächst. In Wäldern zeugt der Wacholder von einer ehemaligen Weidewirtschaft.