Moorsteg bei Blankenförde
Moorrenaturierung
Die Wiederherstellung der natürlichen Wasserverhältnisse gehört zu einer wichtigen Aufgabe im Müritz-Nationalpark. Viele Gewässer und Moore im heutigen Nationalpark wurden in der Vergangenheit durch menschliche Eingriffe in ihrem Wasserhaushalt verändert. U. a. führte das nicht nur zum Verlust wertvoller Lebensräume, sondern auch zum verstärkten Ausstoß von klimarelevanten Gasen. In wachsenden Mooren wird pflanzliche Biomasse langfristig als Torf gespeichert. Durch diesen Prozess wird der Atmosphäre Kohlenstoff entzogen. Lebende Moore besitzen außerdem ein großes Wasserrückhaltevermögen und filtern Nährstoffe aus dem Wasser. Werden Moore allerdings entwässert, wird der Kohlenstoff wieder frei und gelangt als Kohlendioxid in die Atmosphäre und trägt zum Treibhauseffekt bei. Seit Gründung des Müritz-Nationalparks wurden bislang an 127 Mooren mit einer Fläche von rd. 1.900 ha sowie an 31 Seen mit ca. 1.430 ha Maßnahmen zur Wiederherstellung eines natürlichen Wasserhaushaltes durchgeführt (Stand Januar 2010). Hierfür wurden ca. 140 Staue errichtet. Weiterhin wurden alle der einst vorhandenen fünf Schöpfwerke rückgebaut. Die Kosten für die bisher umgesetzten Wiedervernässungsmaßnahmen belaufen sich auf insgesamt rd. 1,58 Mio €.
Das bisher größte und aufwändigste Vorhaben war dabei das EU-LIFE-Natur-Projekt „Moore und Große Rohrdommel an der oberen Havel“. In dem ca. 1.000 ha großen Projektgebiet am Zotzensee wurden u. a. mehr als 200 ha ehemals stark entwässerten Grünlandes wieder in einen naturnahen Zustand gebracht. Außerdem wurde der alte Havelbach reaktiviert. Über die Ergebnisse dieser Wiedervernässung wird in der Nationalpark-Information in Blankenförde berichtet.


Rohrdommel
