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UNESCO Weltnaturerbe 
"Alte Buchenwälder Deutschlands"

Die letzte Eiszeit hat mit der Mecklenburgischen Seenplatte eine besonders reizvolle Landschaft mit hunderten Seen und Mooren geformt. Sie liegen eingebettet in einem hügeligen Waldland. In Serrahn, – benannt nach dem mitten im Wald liegenden, kleinen Ort „Serrahn“ – dem östlichen Teilgebiet des Nationalparks gibt es ein Waldgebiet, das bereits seit mehr als 150 Jahren vor der Holznutzung bewahrt wurde. Seine alten Buchen lassen uns erahnen, wie die einstigen Buchenurwälder in ganz Deutschland aussahen. Die alten Baumriesen und die abgestorbenen Buchen sind Wohnort für viele Fledermausarten wie die Mopsfledermaus, Insekten wie den Eremiten und Pilze wie den Buchen-Schleimrübling. An den vielen Gewässern leben See- und Fischadler, Kranich sowie Rohrdommel.
Die Einzigartigkeit dieser Wälder wurde im Juni 2011 als UNESCO Weltnaturerbe ausgezeichnet. Sie bekamen diese internationale Auszeichnung gemeinsam mit vier weiteren Wäldern in verschiedenen Teilen Deutschlands und ergänzen so zehn Buchenurwälder in den slowakischen und ukrainischen Karpaten. Zusammen bilden sie das UNESCO Weltnaturerbe „Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands“ , welches zukünftig noch erweitert werden soll, um weitere Urwaldreste vor der Zerstörung zu bewahren. Europaweit sind Naturschützer dabei, die letzen ursprünglichen Buchenwälder zu begutachten und zu entscheiden, ob sie als Welterbestätte vorgeschlagen werden können.

Touren-Tipps zum Weltnaturerbe:

  • Von Zinow aus wandern Sie auf dem „Wald-Erlebnis-Pfad“ und dem Moorsteg zu den Ausstellungen im kleinen Ort Serrahn („Grünes Buchenblatt“) oder Sie fahren mit dem Fahrrad über den Fahrweg dorthin. Danach geht es weiter durch das Weltnaturerbe-Gebiet und am Schweingartensee vorbei (Richtung Parkplatz Dianenhof bei Carpin, „Grünes Buchenblatt“/„Grüner Radfahrer“). Zurück nach Zinow geht es auf dem straßenbegleitenden Radweg oder mit dem Bus der Linie 619. Bitte Verpflegung mitnehmen (ca. 11 km).
  • Kürzere Familientour: von Zinow über den „Wald-Erlebnis-Pfad“ nach Serrahn (Ausstellungen), zurück auf dem Fahrweg (ca. 8 km)
  • Barrierearme Tour: von Dianenhof bei Carpin durch das Weltnaturerbe nach Serrahn (Ausstellungen) und zurück (ca. 5 km)

Anreise zu den Ausgangspunkten:

  • Mit den Fahrrad folgen Sie von Neustrelitz aus den Hinweisschildern mit dem Symbol „Grüner Radfahrer“ und Sie erreichen nach ca. 10 km die Ortschaft Zinow
  • Die Buslinie 619 bringt Sie zu den Weltnaturerbe-Haltestellen Zinow, Dianenhof bei Carpin und Carpin (Fahrplan). 
  • PKW-Stellplätze gibt es in 17237 Zinow, 17237 Dianenhof bei Carpin und 17237 Carpin.

 

Über Buchenwälder

Deutschland ist von Natur aus ein Buchenland. Die europäischen Buchenwälder sind erdgeschichtlich sehr jung und weltweit einzigartig. Während der letzten Eiszeit zog sich die Buche nach Süd- und Südosteuropa zurück. Erst innerhalb der letzten 4.000 Jahre hat sie sich zur dominierenden Baumart in Europa entwickelt. Dennoch hat sie vermutlich noch heute nicht ihre klimatische Verbreitungsgrenze erreicht. Daher befinden wir uns immer noch in der nacheiszeitlichen Wiederbewaldungsphase und damit einem Prozess, der sich an keiner anderen Stelle der Welt dokumentieren lässt.
Allerdings finden sich jetzt nur noch in den Karpaten großflächige Buchenurwälder. Sie sind seit ihrer Rückkehr nach der Eiszeit kaum vom Menschen beeinflusst worden. Dort bieten sich Einblicke in die natürliche Dynamik von Buchenurwäldern.
Im Gegensatz dazu sind sehr alte Buchen und Buchen-Totholz, aufgrund der Landnutzung durch den Menschen in Mitteleuropa heute kaum mehr zu finden. Genauso fehlen größere zusammenhängende Flächen. Die Buchenwälder, die es in Deutschland noch gibt, sind häufig forstlich genutzt, sodass die Buchen in jungem bis mittlerem Alter geerntet werden. Daher sind verbliebene alte Buchenwälder, wie die bei Serrahn, besonders schützenwert.
Serrahns Wälder wurden in den letzten 150 Jahren zunächst vor allem durch die Jagdleidenschaft der Großherzöge vor intensiver forstlicher Nutzung bewahrt. Großherzog Georg von Mecklenburg-Strelitz ließ diese bereits Anfang des 19. Jahrhunderts zu seinem Jagdgebiet erklären. In diesem Zuge wurde das Gebiet sogar umzäunt, um es vor Jagd- und Holzfrevel zu schützen. Der Großherzog war auch dafür verantwortlich, dass der alte Buchenbestand „Heilige Hallen“ bei Lüttenhagen bereits 1850 unter Naturschutz gestellt wurde. Die „Heiligen Hallen“ sind das ersten Buchenwaldschutzgebiet in Deutschland.
Noch bis 1945 blieb das Gebiet um Serrahn der privilegierten Jagd vorbehalten und wurde kaum forstlich genutzt. Nur kurze Zeit später wurden die Wälder zunächst zum Naturschutzgebiet (1952) und auf Teilflächen zum Waldschutzgebiet mit Naturwaldzellen (1957) und 1990 schließlich zum Nationalpark erklärt. So konnte sich ein naturnaher Wald mit einem alten Baumbestand entwickeln. 2011 erfolgte dann die UNESCO Weltnaturerbe-Auszeichnung.