Zeitreise ins glaziale Erbe: Müritz-Nationalpark veranstaltet Fachtagung im Müritzeum
Am 24. November 2025 fand im Müritzeum in Waren (Müritz) das diesjährige wissenschaftliche Kolloquium des Müritz-Nationalparks statt. Fachleute aus Geologie, Archäologie, Naturschutz und weiteren Disziplinen sowie interessierte Gäste nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Forschungsergebnisse zur Landschafts- und Klimageschichte Nordostdeutschlands auszutauschen.
Die Veranstaltung knüpfte an das wissenschaftliche Erbe von Prof. Eugen Geinitz an, dessen grundlegende Arbeiten zur geologischen Erforschung Mecklenburgs anlässlich seines 100. Todestages in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit erhielten. Das Kolloquium rückte dabei bewusst Fragestellungen in den Fokus, die in der Fachwelt seltener behandelt werden. So thematisierten die Vorträge etwa Unterwasserwälder als stille Zeitzeugen früherer Klimaverhältnisse, gaben Einblicke in die Welt der letzten Rentiere und Rentierjäger im europäischen Tiefland oder informierten über archäologische Spuren der Mensch-Landschaft-Interaktion seit der Nacheiszeit.
Ziel der Veranstaltung war es nicht nur, faszinierende und teils ungewöhnliche Perspektiven auf die inter- und postglaziale Entwicklung der Nationalparkregion zu eröffnen, sondern auch den Austausch über moderne Formen der Präsentation und Wissensvermittlung zu diesem Thema zu fördern.
„Die Eiszeit ist ein Wimperschlag der Geschichte, doch sie prägt uns bis heute – sichtbar in der Landschaft, spürbar in der Forschung. Das Kolloquium hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig die aktuelle Forschung zur Eiszeitlandschaft unserer Region ist. Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, geologische, ökologische und archäologische Erkenntnisse zusammenzudenken, um die Besonderheit dieses Natur- und Kulturerbes in Mecklenburg-Vorpommern anschaulich und zeitgemäß vermitteln zu können“, erklärt Ulf Zimmermann, Leiter des Nationalparkamtes Müritz.
Die Vorträge boten zahlreiche Impulse – sowohl für Forschungseinrichtungen als auch für Großschutzgebiete, Museen und Bildungsträger.
Hintergrund „Jahresthema Eiszeit“
Anlass für die Wahl des diesjährigen Jahresthemas sind das Jubiläum der Inlandeis-Theorie und die prägende Rolle der letzten Eiszeit, die vor rund 12.000 Jahren endete und die Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns maßgeblich gestaltete. Mit einer Vielzahl an Veranstaltungen wurde 2025 die eiszeitliche Geschichte des Landes für Besucherinnen und Besucher erlebbar gemacht.