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Wildtier-Management im Müritz-Nationalpark

drei Rehe stehen auf einer Wiese und schauen in Richtung des Betrachters © naturfotografie-roman-vitt.de

Auch in Bezug auf Wildtiere gilt weitestgehend der Grundsatz „Natur Natur sein lassen“. Wenn jedoch die natürliche Regulation nicht ausreicht, muss in die Wildtierbestände eingegriffen werden. Das erfolgt z. B. um Wildschäden von Kulturflächen außerhalb des Nationalparks abzuwehren und um das Nachwachsen des Waldes sicherzustellen. Es handelt sich im Nationalpark also um keine Jagd im klassischen Sinne, sondern um gezieltes Wildtiermanagement.

Im Nationalpark sollen sich die Biotope natürlich entwickeln bzw. verjüngen. Wichtigstes Ziel des Wildtiermanagements ist es, Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen zu minimieren sowie das Aufwachsen junger Bäume und Sträucher zu gewährleisten. Daher wird nur sogenanntes Schalenwild gemanagt. Dazu gehören Reh-, Dam-, Rot- und Schwarzwild. Grundlage für dieses Vorgehen sind der Nationalparkplan und die Nationalparkjagd-Verordnung.

Wildschwein steht im verschneiten Wald und schaut zur Kamera © C. Weber
Zum Schutz vor Seuchen oder zum Schutz benachbarter Flächen müssen Wildschweine bejagt werden.
Zum Schutz vor Seuchen oder zum Schutz benachbarter Flächen müssen Wildschweine bejagt werden.
Wildschweine haben Schaden auf einer Wiese verursacht © NPA Müritz
Wildschweine können große Schäden zum Beispiel auf landwirtschaftlichen Flächen, wie hier auf einer Wiese, anrichten.
Wildschweine können große Schäden zum Beispiel auf landwirtschaftlichen Flächen, wie hier auf einer Wiese, anrichten.
Naturverjüngung im Kiefernwald © R. Pauli
Damit der Wald auf natürliche Weise nachwachsen kann, werden Rehe sowie Dam- und Rotwild reguliert.
Damit der Wald auf natürliche Weise nachwachsen kann, werden Rehe sowie Dam- und Rotwild reguliert.

Die Grundsätze der Jagd im Nationalpark

... regelt die Nationalpark-Jagdverordnung.

Nur im Ausnahmefall

... wird in die Wildtierpopulation eingegriffen:

  • zur Abwehr von Tierseuchen, wie die Afrikanische Schweinepest
  • zum Schutz vor Wildschäden auf benachbarten Flächen außerhalb des Nationalparks
  • zur natürlichen Regeneration der Wälder, wenn die natürliche Regulation der Wildbestände (z. B. durch Prädatoren) nicht ausreicht.

Die Wirkung der Eingriffe wird durch ein fortlaufendes Monitoring festgestellt und begleitet. Daraus wird jährlich die Zahl der erforderlichen Abschüsse hergeleitet.

Nur mit der geringsten Störung

Das Wildtiermanagement erfolgt zeitlich und räumlich begrenzt und so störungsarm wie möglich. Vorrangig werden dazu konzentriert Bewegungsjagden im Herbst und Winter durchgeführt.

Nur durch

... Mitarbeiter des Nationalparkamtes und geschulte Jäger erfolgt das Wildtiermanagement im Nationalpark.

Das Nationalparkamt ist nicht auf der gesamten Fläche des Müritz-Nationalparks jagdausübungsberechtigt. Und weil Wildtiere nicht an Grenzen auf Papier halt machen, sind gemeinsame Jagden mit anderen Flächeneigentümern die Regel (revierübergreifende Jagd). Außerdem ist das Nationalparkamt Mitglied in den zwei Hegegemeinschaften „Östliches Müritzgebiet“ und „Wilhelminenhof-Zinow“. Die Wildbestandsregulierung erfolgt jeweils im Rahmen des Gruppenabschussplans der Hegegemeinschaften.

Was passiert mit erlegten Tieren?

Das Wild wird als hochwertiges Nahrungsmittel verwertet.

Jäger sitzt bei Sonnenaufgang auf einen Hochsitz und beobachtet die Umgebung © S. Pollex/T. Rötting

Jagden im Müritz-Nationalpark
 

Im Müritz-Nationalpark finden im Zuge des Wildtiermanagements und zur ASP-Vorbeugung Jagden statt. Interessierte Jäger können sich im Nationalparkamt unter l.himm(at)npa-mueritz.mvnet.de melden. Wir finden gern eine Möglichkeit für Sie, an einer Gesellschaftsjagd teilzunehmen.