Fotofallen für Hirsch, Reh und Wildschwein
Deutsche Nationalparks arbeiten beim Wildtiermonitoring zusammen
Wie viele Rothirsche streifen im Wald umher? Wie sieht’s bei den anderen wilden Paarhufern (Damhirsch, Mufflon, Reh und Wildschwein) aus? Und welchen Einfluss haben die Tiere auf die Waldentwicklung? Diese Fragen wollen die deutschen Großschutzgebiete jetzt gemeinsam beantworten.
Das Projekt „KI-Nationalpark“ wird von Nationale Naturlandschaften e. V. koordiniert und gemeinsam mit der Universität Freiburg und der biometrio.earth GmbH umgesetzt. Gefördert wird es durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUKN).
Im Müritz-Nationalpark werden im Rahmen des Projekts über 70 Wildkameras (Fotofallen) sowie verschiedene Klimalogger eingesetzt. Klimalogger erfassen die Bodenfeuchte und Lufttemperatur. Ebenfalls werden die Ergebnisse von Vegetationsaufnahmen eingebunden. Die Fotofallen erfassen Art und Anzahl von Wildtieren an festgelegten Stichprobepunkten. Die Aufnahmen werden in ein bundesweites Netzwerk gespeist und von einer Künstlichen Intelligenz automatisch ausgewertet. Die KI identifiziert Arten, erkennt Störungen und zeigt Zusammenhänge zwischen Klima, Biodiversität und Nutzung auf. Die Erkenntnisse helfen, schnell auf Veränderungen und Störungen reagieren zu können. „Mit KI-Nationalpark schaffen wir ein Werkzeug, das den Schutzgebietsverwaltungen erstmals schnelle, belastbare und vergleichbare Daten an die Hand gibt“, sagt Marla Schulz, Projektkoordinatorin der Nationalen Naturlandschaften. „So können wir Biodiversität und Klimaschutz noch besser zusammen denken – und unsere Nationalparke als Schatzkammern der Natur langfristig sichern.“
Das Projekt läuft von 2025 bis 2027 in 13 Nationalparken und 2 Wildnisgebieten in ganz Deutschland. Zum Ende des Projekts sollen standardisierte Erfassungsverfahren, eine belastbare Bestandsaufnahme der Artenvielfalt und konkrete Handlungsempfehlungen für das Schutzgebietsmanagement vorliegen. So trägt das Projekt zur Erhaltung des Naturerbes und zur Entwicklung naturbasierter Klimaschutzlösungen bei.
Projektpartner
Nationale Naturlandschaften e. V. (Koordination)
Universität Freiburg (Kamerafallen)
biometrio.earth GmbH (Akustikgeräte)
Wichtige Informationen
Wolfsmonitoring im Müritz-Nationalpark
Der Müritz-Nationalpark ist in das Wolfsmanagement des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingebunden. Zu diesem Zweck beobachten und dokumentieren Ranger und ehrenamtliche Helfer regelmäßig die Wolfspopulation im Nationalpark. Wichtigstes Werkzeug sind dabei Wildkameras, mit denen die Tiere fotografiert werden. Daneben werden Kotproben zur genetischen Analyse gesammelt und weitere Wolfshinweise dokumentiert. Die Daten fließen in das wissenschaftliche Monitoring des Landes ein.
Weitere Informationen